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Die Gaspreise ziehen an. Für die kommenden Monate haben 42 Gasanbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich 6 Prozent angekündigt. Da sich auch große Energiekonzerne darunter befinden, können bis zu 5 Millionen Haushalte von den Erhöhungen betroffen sein. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh muss künftig 84 Euro pro Jahr mehr bezahlen. Daher lassen sich oft bis zu 500 Euro jährlich sparen.
Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat die Strompreise in Nordrhein-Westfalen untersucht. Im Durchschnitt liegen die Preise nur leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die Preise der örtlichen Grundversorger unterscheiden sich aber um bis zu 16 Prozent. Der Wechsel zu einem günstigeren Tarif kann so über 300 Euro pro Jahr einsparen.
Das nahende Frühjahr bringt nicht nur höhere Temperaturen: Im März und April steigen für bis zu 10 Millionen Haushalte in Deutschland auch die Strompreise. Bei 100 Stromversorgern treten die Preiserhöhungen bereits heute, zum 1. März 2012, in Kraft. Für April haben über 90 weitere Anbieter Strompreiserhöhungen angekündigt. Insgesamt steigen die Preise um durchschnittlich 3,5 Prozent.
Energiearmut grassiert – Tendenz steigend. So das Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentrale NRW bei den 110 Grundversorgern in Nordrhein-Westfalen. Nach Einschätzung von drei Viertel der 58 antwortenden Unternehmen sind wachsende Probleme rund um Energieschulden und Stromsperren festzustellen.
Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass in den kommenden Monaten weitere Stromversorger die Preise um rund 3,5 Prozent erhöhen werden. Für einen Musterhaushalt bedeutet dies eine jährliche Mehrbelastung von rund 36 Euro. Die Gründe dafür sind neben den Beschaffungspreisen vor allem die angestiegenen Netznutzungsentgelte, die noch nicht von allen Anbietern berücksichtigt werden.
Wer sein Gas momentan beim örtlichen Grundversorger bezieht, kann die jährlichen Gaskosten durch einen Anbieterwechsel deutlich senken. Auf guten Service und faire AGBs muss dabei niemand verzichten. Dank der Gas-Servicestudie des unabhängigen Verbraucherportals Verivox finden Gaskunden bundesweit eine gute und günstigere Alternative zum Grundversorger.
Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat die Anzahl der Stromanbieterwechsel im Jahr 2011 nach Regionen verglichen. Das Ergebnis: Die Wechselquoten sind auf dem Land durchschnittlich 54 Prozent höher als in der Stadt. Die Gründe dafür sind das höhere Preisniveau der ländlichen Grundversorger und die größere Auswahl an Stromanbietern.
Eine Hochrechnung des Verbraucherportals Verivox hat ergeben, dass im Jahr 2010 mehr als 3 Millionen Verbraucher den Stromanbieter gewechselt haben. Für einen anderen Gasanbieter haben sich mehr als 1 Million Verbraucher entschieden.
Die Hochrechnung basiert auf den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Wechselzahlen der Jahre 2006 bis 2009. Das Ergebnis im Bereich Strom zeigt, dass die Anzahl der wechselnden Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr über ein Drittel angestiegen ist. Noch deutlichere Steigerungen sind im Gasbereich zu beobachten. Hier hat sich die Zahl der Wechsler aufgrund der steigenden Anbieterzahl mehr als verdoppelt.
Die meisten Verbraucher wechseln ihren Stromanbieter nach wie vor nicht
Dennoch ist der Anteil der Wechsler an der Gesamtzahl der Kunden nach wie vor sehr gering. Während im Jahr 2009 rund 5 Prozent aller Haushaltskunden den Anbieter gewechselt haben, sind es 2010 rund 7 Prozent. Im Bereich Gas ist die Wechselquote von 4 Prozent im Jahr 2009 auf rund 10 Prozent im Jahr 2010 angestiegen. Diese niedrigen Wechselquoten zeigen deutlich, dass der Großteil der Verbraucher nach wie vor nicht bereit ist, den Energieversorger zu wechseln. “Vielen Kunden sind die hohen Einsparpotenziale nicht klar, stattdessen werden Preiserhöhungen oft klaglos hingenommen”, meint Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.
Stromanbieterwechsel ist sicher und reduziert die Kosten deutlich
“Der Wettbewerb nimmt zu, aber es gibt bei vielen Verbrauchern immer noch Befürchtungen, dass es bei einem Anbieterwechsel zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen könnte oder der örtliche Netzbetreiber nicht mehr bei Störungen hilft”, so Reese. “Dabei haben alle Verbraucher ein gesetzliches Recht auf ununterbrochene Energieversorgung und Gleichbehandlung.”
Der Wechsel des Stromanbieters kann die jährlichen Energiekosten deutlich reduzieren. Wer sich noch nie um einen preiswerteren Stromtarif gekümmert hat, kann durch den Wechsel zum günstigsten verfügbaren Angebot mit vergleichbaren Konditionen im Durchschnitt 229 Euro sparen. Verbraucher, die sich bereits für den billigsten Tarif des örtlichen Grundversorgers entschieden haben, können durch den Wechsel immer noch durchschnittlich 148 Euro einsparen. Ein Gasanbieterwechsel kann unter gleichen Voraussetzungen die jährlichen Kosten um 259 Euro reduzieren.
Das Energiekonzept der Bundesregierung berücksichtigt die Verbraucherseite nicht ausreichend. Die Verbraucher müssen besser über ihre Marktmacht im Energiebereich informiert werden. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox fordert daher, dass die geplante Informationskampagne zur Energieeffizienz um die Themen Wettbewerb, Anbieterwechsel und Ökostromprodukte erweitert wird.
Am vergangenen Montag hat die Bundesregierung ihr Energiekonzept für Deutschland vorgestellt. Vor allem die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken steht dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
“Da die Laufzeitverlängerung den Wettbewerb bei der Erzeugung nicht erleichtert, sollte die Nachfrageseite im Wettbewerb weiter gestärkt werden. Den Verbrauchern muss es leichter gemacht werden, Energie und Geld zu sparen”, fordert Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox (http://www.verivox.de/).
Verbraucher über ihre Rolle im Wettbewerb informieren
Die Bundesregierung erklärt in ihrem Energiekonzept das ausdrückliche Ziel, die Liberalisierung auf den Energiemärkten fortzusetzen und den Wettbewerb weiter zu stärken. Doch vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, dass auch ihnen eine wichtige Rolle in diesem Wettbewerb zukommt: Überhöhte Energiepreise sollten nicht hingenommen, sondern mit einem Anbieterwechsel beantwortet werden. So können die Energieversorger davon abgehalten werden, immer weiter an der Preisspirale zu drehen.
Bisher nutzt nur ein kleiner Teil der Verbraucher diese Marktmacht. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 haben nach Angaben des Branchenverbands BDEW erst 21 Prozent der Haushalte bereits einmal den Stromanbieter gewechselt.
Wie wichtig es ist, die Verbraucher umfassend über ihre Möglichkeiten zu informieren, zeigt eine Umfrage von infas (Institut für angewandte Sozialwissenschaft) zum Thema Energieanbieterwechsel. Dort gab ein Drittel der Befragten an, aus Angst vor einer Versorgungsunterbrechung nicht den Strom- oder Gasanbieter zu wechseln. Diese Sorge ist vollkommen unbegründet, denn im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) ist die sogenannte Grundversorgungspflicht (§36 EnWG) festgelegt. Für jedes Netzgebiet wird ein Grundversorger bestimmt, der jeden Haushaltskunden mit Strom und Gas versorgen muss. Der Informationsbedarf ist groß.
Klare Kennzeichnung von Ökostrom
Verivox begrüßt die Absicht der Bundesregierung, die Richtlinien für die Vermarktung von Ökostrom zu verschärfen. Wer sich für einen Ökotarif entscheidet, muss sicher sein können, dass dadurch auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert wird.
“Die verschiedenen Ökostromzertifikate verwirren viele Verbraucher, die bereit sind, etwas für die Umwelt zu tun. Es freut uns, dass die Bundesregierung dieses Problem erkannt hat und Abhilfe schaffen will”, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. “Neben dem angekündigten Einsatz der Bundesregierung auf EU-Ebene sollte die geplante Informationskampagne zur Energieeffizienz auch die Qualität der bereits existierenden Ökostromzertifikate thematisieren.”