Artikel-Schlagworte: „Stromtarif“

Im vergangenen Jahr haben deutlich mehr Bundesbürger als früher den Stromanbieter gewechselt. 17 Prozent der Befragten gaben an, den Stromanbieter in den letzten zwölf Monaten gewechselt zu haben. Weitere elf Prozent sind ihrem Energielieferanten treu geblieben, haben aber nach eigenen Angaben den Stromtarif gewechselt. Das ergab eine bundesweit repräsentative Befragung der TNS Infratest Energiemarktforschung, für die im Zeitraum vom 24. bis 26.1.2013 telefonisch insgesamt 1.004 Bundesbürger zu ihrem Wechselverhalten im Strommarkt befragt wurden.

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Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der deutschen Internetnutzer ab 18 Jahren hat schon mal ein Energie-Vergleichsportal im Internet besucht. Unter den Nutzern von Energievergleichen hat das unabhängige Verbraucherportal Verivox dabei den höchsten Bekanntheitsgrad. Das hat das Marktforschungsunternehmen YouGov im Rahmen ihrer jährlich erscheinenden Studie “ComparisonCheck Energie 2012″ herausgefunden.

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Mit einem Strompreisvergleich im Internet können Stromkunden schnell feststellen, welche Angebote am jeweiligen Wohnort verfügbar sind. Doch welcher Stromtarif passt wirklich? Das unabhängige Verbraucherportal Verivox erklärt, auf welche Merkmale Verbraucher achten sollten.

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Im Frühjahr steigen die Stromkosten für mehr als 10 Millionen Haushalte. Verbraucher müssen die Strompreiserhöhungen jedoch nicht klaglos hinnehmen. Durch den Wechsel zu einem günstigeren Versorger lassen sich die Erhöhungen leicht ausgleichen. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox zeigt, wie beim Anbieterwechsel vorgegangen werden sollte und worauf zu achten ist.

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Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass Stromkunden mit niedrigen Verbräuchen bis zu 22 Prozent mehr für Energie bezahlen müssen. Der Grund dafür ist die bei den Versorgern gängige Aufteilung von Stromtarifen in den Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) und eine monatliche Grundgebühr. Diese feste Gebühr fällt bei einer niedrigen Kilowattstundenanzahl deutlich stärker ins Gewicht als bei hohen Verbräuchen.

Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom liegt im Mai 2011 für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh bei durchschnittlich 24,60 Cent pro Kilowattstunde. Diese Verbrauchsstufe entspricht nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einer dreiköpfigen Familie. Dabei handelt es sich allerdings um einen Durchschnittswert, der je nach Lebensstil und Geräteausstattung eines Haushaltes stark schwanken kann.

Ein klassischer Ein-Personen-Haushalt hat einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2000 kWh, wobei auch hier große Unterschiede im persönlichen Verbrauchsverhalten auftreten können. Bei einem jährlichen Verbrauch von 2000 kWh liegt der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom derzeit schon bei 26,43 Cent pro Kilowattstunde.

Noch deutlich höhere Preise ergeben sich bei einem Verbrauch von 1000 kWh pro Jahr. Ein solch geringes Verbrauchsvolumen fällt bei äußerst sparsamen Haushalten oder bei zusätzlichen Stromzählern in Treppenhäusern, Garagen oder Schuppen an. Hier liegen die durchschnittlichen Kosten bei satten 30,09 Cent pro Kilowattstunde.

Was können Verbraucher mit niedrigem Strombedarf tun?

Wer insgesamt wenig Strom verbraucht oder mehrere Zähler mit niedriger Kilowattstundenzahl hat, sollte in einen Stromtarif wechseln, der eine möglichst niedrige oder gar keine Grundgebühr und einen entsprechend erhöhten Preis pro kWh hat. Einige Stromtarife haben auch unterschiedliche Verbrauchsstufen, bei denen sich Arbeits- und Grundpreis je nach Verbrauch ändern. Hier lohnt es sich zu prüfen, ob man auch tatsächlich in der korrekten Verbrauchsstufe eingeordnet wurde.

“Verbraucher, die sich bemühen Strom zu sparen, werden durch die üblichen Tarifmodelle nicht zwangsläufig mit niedrigeren Kosten belohnt. Mögliche Alternativen sind Tarife, die keine Grundgebühr enthalten und nur einen Kilowattstundenpreis berechnen oder Rabattmodelle, bei denen eine Verringerung im Vergleich zum Vorjahresverbrauch honoriert wird”, sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Das Verbraucherportal Verivox hat die Vertragsgestaltung und die Servicequalität der 200 wichtigsten Stromversorger in Deutschland untersucht. Verbraucher können anhand der Verivox-Bewertungen nicht nur den Preis, sondern auch das “Kleingedruckte” schnell einschätzen und vergleichen. Testsieger wurde der Stromanbieter Nordland Energie. Weitere 14 Anbieter erhielten eine Durchschnittsnote von mindestens 2,0.

Strom-Servicestudie: Ergebnisse im Bereich Service

Untersucht wurden die Webseiten der Anbieter, der Telefonservice und die Beantwortung von schriftlichen Anfragen. Die Webseiten der meisten Stromversorger bieten Verbrauchern Grundfunktionen wie die Änderung der Stammdaten oder die Mitteilung von Zählerständen. Erweiterte Funktionen wie eine Verbrauchshistorie oder eine Beschwerdestelle bietet hingegen nur rund ein Drittel der Unternehmen.

Beim Telefonservice ist die Strombranche recht gut aufgestellt. 78 Prozent der Anbieter erhielten für die Kosten und die Qualität der telefonischen Beratung sehr gute bis gute Noten. Dabei fällt besonders auf, dass die Strombranche weitgehend auf überteuerte Hotline-Nummern verzichtet und ihren Kunden keine erhöhten Telefonkosten zumutet.

Eine schlechtere Figur geben die Stromanbieter bei der Bearbeitung schriftlicher Anfragen per E-Mail ab. Kein einziger Anbieter konnte hier die Note “sehr gut” erreichen. Rund ein Viertel der Test-Anfragen wurde überhaupt nicht beantwortet. Wenn eine Antwort erfolgt, handelt es sich oft um Standardtexte, die nicht immer auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden. Damit bleibt die Beantwortung schriftlicher Anfragen der Bereich, in dem die Strombranche den größten Nachholbedarf hat.

Strom-Servicestudie: Ergebnisse im Bereich AGB

62 Prozent der untersuchten Tarife erhielten die Noten “sehr gut” oder “gut”. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um Verträge mit kurzen Laufzeiten und/oder längerfristigen Preisgarantien.

Die Untersuchung der Vertragslaufzeiten zeigt, dass die meisten Tarife eine vierwöchige oder eine einjährige Tariflaufzeit mit automatischer Verlängerung aufweisen.

Obwohl Preisgarantien bei einem Stromtarif immer empfehlenswert sind, bieten die meisten untersuchten Tarife (60 Prozent) keine derartige Garantie. Wenn eine Preisgarantie gegeben wird, bezieht sich diese in der Regel auf den Energieanteil und die Netznutzungsentgelte. Das bedeutet, dass Steuererhöhungen trotzdem im vollen Umfang an die Verbraucher weitergegeben werden können.

Die Zahlung von monatlichen Abschlägen bleibt die übliche Zahlungsmethode auf dem deutschen Strommarkt. 89 Prozent aller untersuchten Tarife sehen diese Zahlungsweise vor. Damit bleiben Tarife mit viertel-, halb- oder ganzjähriger Abschlagszahlung Nischenprodukte für besonders preisbewusste Verbraucher, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen.

Darstellung der Ergebnisse in der Strom-Servicestudie

Für die Bewertung der Tarife hat Verivox ein Verfahren entwickelt, welches die Vertragsgestaltung und die Serviceleistungen eines Stromtarifs nach Kundenfreundlichkeit einschätzt. Dieses Bewertungssystem wird seit dem Jahr 2005 nun zum sechsten Mal angewendet.

Die Ergebnisse werden in Form von Testsiegeln mit Glühlampen dargestellt. Ein Stromtarif kann maximal 5 Glühlampen erreichen, was der Schulnote “sehr gut” entspricht. Zur schnelleren Einschätzung eines Stromtarifs finden Verbraucher diese Bewertung auf der jeweiligen Tarifseite von Verivox.

“Bei der Wahl eines neuen Stromanbieters stehen der Preis und die Entscheidung für oder gegen Ökostrom im Vordergrund. Vertragsgestaltung und Kundenfreundlichkeit sind jedoch ebenfalls wichtige Faktoren”, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. “Mit unserer Verivox Strom-Servicestudie möchten wir es den Verbrauchern ermöglichen, sich in diesem Bereich schnell und verlässlich zu informieren.”

Hintergrundinformationen zur Verivox Strom-Servicestudie

Das Jahr 2011 hat für die meisten Verbraucher mit einer Strompreiserhöhung begonnen. Zum Jahreswechsel haben 609 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 7 Prozent angehoben. Ein Ende dieses Trends ist nicht abzusehen. Zum Februar und März erhöhen weitere 78 Anbieter die Preise um durchschnittlich 6 Prozent. Für Mai haben zwei Töchter des E.ON-Konzerns abermals Preiserhöhungen angekündigt.

“Derzeit deuten alle Anzeichen auf weitere Strompreissteigerungen im Laufe des Jahres hin”, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. “Das würde bedeuten, dass die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden in Deutschland im elften Jahr in Folge ansteigen. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Preis pro Kilowattstunde um über 70 Prozent erhöht.”

Strompreise steigen vor allem für Privatkunden

Diese gleichförmige Entwicklung gilt ausschließlich für Privatkunden. Industriekunden und die Stromanbieter selbst konnten seit der Wirtschaftskrise 2008 deutlich günstigere Einkaufskosten verbuchen. Der Erzeugerpreisindex Strom des Statistischen Bundesamtes ist zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 um 20 Prozent gefallen. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass diese Kostensenkungen auch den privaten Verbrauchern zugute kommen werden.

Die Stromversorger rechtfertigen die ungebrochene Preisspirale mit langfristigen Beschaffungsstrategien und den gestiegenen Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Viele Versorger hätten sich zu Zeiten hoher Großhandelspreise eingedeckt und könnten daher die Preise nicht senken. Dieses Argument verliert im Lauf der Zeit allerdings an Stichhaltigkeit, denn die wenigsten Anbieter decken sich für mehr als zwei Jahre im Voraus mit Strom ein.

Im Oktober 2011 werden die Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2012 verkünden. Ob diese Abgabe steigen oder sinken wird, hängt von den politischen Rahmenbedingungen, den Energiebörsenpreisen und dem Zubau regenerativer Energieerzeugung in diesem Jahr ab. Sollte die Abgabe auch nur geringfügig steigen, dürfte das Jahr 2011 so enden, wie es angefangen hat – mit Strompreiserhöhungen.

Verbraucher können sich gegen stetig steigende Strompreise mit einem Anbieterwechsel wehren

Die stetigen Strompreissteigerungen müssen von den Verbrauchern nicht klaglos hingenommen werden. Preiserhöhungen sollten mit dem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter beantwortet werden.

Wer sich noch nie um einen preiswerteren Stromtarif gekümmert hat, kann durch den Wechsel zum günstigsten verfügbaren Angebot mit vergleichbaren Konditionen im Durchschnitt 229 Euro sparen. Verbraucher, die sich bereits für den billigsten Tarif des örtlichen Grundversorgers entschieden haben, können durch den Wechsel immer noch durchschnittlich 148 Euro einsparen.

Eine Hochrechnung des Verbraucherportals Verivox hat ergeben, dass im Jahr 2010 mehr als 3 Millionen Verbraucher den Stromanbieter gewechselt haben. Für einen anderen Gasanbieter haben sich mehr als 1 Million Verbraucher entschieden.

Die Hochrechnung basiert auf den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Wechselzahlen der Jahre 2006 bis 2009. Das Ergebnis im Bereich Strom zeigt, dass die Anzahl der wechselnden Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr über ein Drittel angestiegen ist. Noch deutlichere Steigerungen sind im Gasbereich zu beobachten. Hier hat sich die Zahl der Wechsler aufgrund der steigenden Anbieterzahl mehr als verdoppelt.

Die meisten Verbraucher wechseln ihren Stromanbieter nach wie vor nicht

Dennoch ist der Anteil der Wechsler an der Gesamtzahl der Kunden nach wie vor sehr gering. Während im Jahr 2009 rund 5 Prozent aller Haushaltskunden den Anbieter gewechselt haben, sind es 2010 rund 7 Prozent. Im Bereich Gas ist die Wechselquote von 4 Prozent im Jahr 2009 auf rund 10 Prozent im Jahr 2010 angestiegen. Diese niedrigen Wechselquoten zeigen deutlich, dass der Großteil der Verbraucher nach wie vor nicht bereit ist, den Energieversorger zu wechseln. “Vielen Kunden sind die hohen Einsparpotenziale nicht klar, stattdessen werden Preiserhöhungen oft klaglos hingenommen”, meint Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Stromanbieterwechsel ist sicher und reduziert die Kosten deutlich

“Der Wettbewerb nimmt zu, aber es gibt bei vielen Verbrauchern immer noch Befürchtungen, dass es bei einem Anbieterwechsel zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen könnte oder der örtliche Netzbetreiber nicht mehr bei Störungen hilft”, so Reese. “Dabei haben alle Verbraucher ein gesetzliches Recht auf ununterbrochene Energieversorgung und Gleichbehandlung.”

Der Wechsel des Stromanbieters kann die jährlichen Energiekosten deutlich reduzieren. Wer sich noch nie um einen preiswerteren Stromtarif gekümmert hat, kann durch den Wechsel zum günstigsten verfügbaren Angebot mit vergleichbaren Konditionen im Durchschnitt 229 Euro sparen. Verbraucher, die sich bereits für den billigsten Tarif des örtlichen Grundversorgers entschieden haben, können durch den Wechsel immer noch durchschnittlich 148 Euro einsparen. Ein Gasanbieterwechsel kann unter gleichen Voraussetzungen die jährlichen Kosten um 259 Euro reduzieren.

Durch die Erhöhung der EEG-Umlage um rund 58 Prozent auf 3,530 Cent pro Kilowattstunde könnten die Strompreise bald deutlich steigen. Was viele bei den negativen Schlagzeilen über die EEG-Umlage jedoch vergessen: Durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lässt sich diese Erhöhung leicht wieder kompensieren. Wer einen Ökostromanbieter wählt, kommt häufig immer noch günstiger weg als bei seinem bisherigen Stromversorger.

Falls die höhere EEG-Umlage komplett an die Kunden weitergegeben wird, schlägt das für einen privaten Musterhaushalt mit 69 Euro zusätzlichen zu Buche. Bei einem Jahresverbrauch von 4000 kWh vergrößern sich die Stromkosten im Grundversorgungstarif von durchschnittlich 968 auf 1037 Euro.

Durch Wechsel zu Ökostrom über 200 Euro sparen

Der günstigste verfügbare Ökostromtarif mit Gütesiegel und monatlicher Abschlagszahlung kostet derzeit im Schnitt 750 Euro – er ist also um 218 Euro günstiger als das, was der Musterhaushalt aktuell im Grundversorgungstarif bezahlen muss.

“Viele Ökostromtarife weisen nur die Stromherkunft nach. Wer durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter etwas für die Umwelt tun möchte, sollte neben dem Preis auch auf strenge Gütesiegel achten. Dadurch wird die Haushaltskasse entlastet und der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien gefördert”, sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Preisgarantie: das Kleingedruckte lesen

Ob herkömmlicher Stromtarif oder Ökostrom: Wer jetzt den Stromanbieter wechselt, sollte sich eine möglichst lange Preisgarantie sichern, um vor zukünftigen Erhöhungen geschützt zu sein. Wichtig ist dabei, auf das Kleingedruckte zu achten. Handelt es sich um eine Preisgarantie, die trotz Preisänderung durch Steuererhöhungen einen festen Preis garantiert, oder besteht eine Preisfixierung? Diese gilt nur für die reinen Energiekosten und Netznutzungsentgelte, geänderte Steuern und Abgaben wie die EEG-Abgabe können jedoch trotzdem aufgeschlagen werden.

Hintergrundinfos rund um Ökostrom